Bindungsarbeit und Halten

Bindungsarbeit mit Kindern
Eltern und ihre Kinder sind miteinander verbunden. So möchte man es haben. So soll es sein.
Manchmal passieren jedoch Dinge, die die Bindung stören oder verletzt haben.
Dieses kann geschehen, z.B. durch traumatische Ereignisse, durch schwere Schwangerschaften oder Geburten, Krankenhausaufenthalte, Trennungen, Verluste usw..
Dann kann es sein, dass Eltern merken, dass man sich nicht so nahe ist, in der Familie, wie man es sich wünscht. So entsteht ein Leid darüber und es wird auch durch die Zeit nicht besser. Es passiert dann oft in Familien, dass der Zugang immer schwerer wird, man sich immer weiter voneinander entfernt.
Jirina Prekop hat eine bindungsheilende Arbeit entwickelt, bei der es darum geht, im engen, liebevollen Körperkontakt dem Konflikt zu begegnen, alten Schmerz zuzulassen und mit neuer Bindung zu heilen. Eine liebe Energie darf kommen, da man sich in den anderen einfühlen kann, wenn man sich so nahe ist. Das Verständnis wächst und bringt das tiefe Gefühl des Zusammengehörens ans Tageslicht.
Die Liebe kann mit aller Macht und Wärme anfangen zu fliessen.
Auch für Pflege- und Adoptivfamilien hat sich die Bindungsarbeit mit dieser Methode bewährt, da die Kinder oft nach dem ersten elementaren Bindungsverlust zur leiblichen Mutter große Angst vor weiterer Verletzung haben und somit sich schützen, indem sie sich auf neue Bindung nicht einlassen.
Ohne Bindung kann jedoch ein Kind nicht leben. Daher wird es auffällig in seinem Verhalten, mit diesem schweren Zustand ist es nicht leicht zurechtzukommen. Im Halten machen die Kinder dann die Erfahrung, Mama und Papa bleiben bei mir und können sich dann einlassen auf neue Bindung.

Bindungsarbeit bei Paaren
Durch unterschiedliche Wahrnehmungen (Frauen und Männer sind halt wirklich verschieden) und schwierige Erlebnisse kann es sein, dass es zur Krise kommt.
Beispiele hierfür sind der Alltag mit seinen unterschiedlichen Anforderungen, Geburt der Kinder, traumatische Ereignisse wie z.B. Fehlgeburten, Tod eines Kindes und andere Dinge.
Im Halten, sowie mit der Arbeit im Wahrnehmungs- und Einfühlungsbereich können trennende Aspekte gefühlt, angeschaut und mitgeteilt werden, so dass daraufhin mehr Einfühlung passiert und das Paar zur liebevollen Ebene zurückfinden kann.

Aussöhnungsarbeit mit den eigenen Eltern
Immer wieder stellen wir fest, dass die Beziehung zu unseren Eltern von Erlebnissen aus unserer Kindheit geprägt ist. So wird heute der Umgang miteinander geprägt davon, wie wir unsere frühe Lebenszeit erlebt und empfunden haben.
„Ohne Wurzeln keine Flügel“, in diesem Satz steckt viel Wahres. Wenn wir in Zorn mit unseren Eltern sind, holt uns dieser im Alltag immer wieder ein, wir können uns nicht frei entfalten und werden z.B. durch unsere eigenen Kinder immer wieder erinnert.
Jirina Prekop hat eine Methode entwickelt, sich diesem Konflikt zu stellen und freier zu werden, nicht indem wir versuchen, unsere Kindheit zu vergessen oder zu verdrängen, sondern sie als zu uns gehörend zu nehmen und dieses körperlich zu verankern, denn nur so wird es verinnerlicht und Schweres kann heilen.

Emotionalarbeit
Schwere Erlebnisse nehmen uns Energie, wenn sie nicht verarbeitet wurden. Wir Menschen nehmen auf der geistigen und auf der körperlichen Ebene wahr. Wenn wir versuchen, Schweres aus unserer Vergangenheit nur auf der geistigen Ebene zu klären und zu verarbeiten, scheitert dieses oft daran, das die Körpererinnerung immer wieder durchbricht und es uns nicht gut gehen lässt.
Daher bleibt der „Kloß im Bauch“ stecken und wir brauchen viel Energie um diesen im Alltag nicht aufbrechen zu lassen, was mal besser und mal schlechter funktioniert. Diese Energie fehlt uns im Alltag. Wir sind, ohne es zu merken, mit Wegdrücken beschäftigt.
In der Emotionalarbeit hat man die Möglichkeit, als erwachsene Person, in einem ganz geschützten Rahmen seinem „Kloß“ zu begegnen und ihn mit der Methode des Haltens abzubauen, so dass nicht mehr so viel Energie mit dem Deckeln
verlorengeht und man freier wird.